Um meine Arbeitsweise zu verstehen, möchte ich Dich auf eine kleine Reise mitnehmen. Eine Reise zu einer Frage, die uns alle betrifft: Was sind wir wirklich?
Vielleicht hast Du Dich bisher vor allem über Deinen Körper, Deine Gedanken und das, was Du in der Welt sehen und erfahren kannst, verstanden. Das ist vollkommen in Ordnung. Es ist der Teil unseres Lebens, den wir kennen, mit dem wir aufgewachsen sind und an dem wir uns orientieren. Doch vielleicht gibt es in Dir auch einen stillen Raum, der sich nicht so leicht erklären lässt. Einen Raum, in dem Du fühlst, dass Du mehr bist als Dein Körper, mehr als Deine Gedanken und mehr als das, was sich mit den Händen greifen oder mit Instrumenten messen lässt. Genau dort möchte ich mit Dir beginnen.
Denn wenn wir verstehen möchten, wie ich arbeite, führt uns der Weg zu einer grundlegenden Frage: Erschafft Materie Bewusstsein – oder könnte Bewusstsein der Ursprung dessen sein, was wir als Materie erfahren?
Du musst darauf zunächst keine Antwort haben. Es geht nicht darum, etwas glauben zu müssen. Es geht darum, offen zu werden für eine andere Sicht auf Dich selbst, auf Deinen Körper, auf Dein Leben und auf das, was Dich im Innersten ausmacht. Vielleicht führt uns dieser Weg von der Vorstellung, dass wir einen Körper haben, zu der Erfahrung, dass wir ein Bewusstsein sind. Und vielleicht noch weiter – zu dem einfachen und tiefen Erleben: Ich bin.
Dort beginnt das Sein.
Doch bevor wir uns dieser Erfahrung nähern können, lohnt es sich, zunächst einen Blick auf das zu werfen, was wir über uns und die Welt zu wissen glauben. Wenn wir unsere Welt aus der Sicht dessen betrachten, was wir beobachten und messen können, liegt es nahe, Bewusstsein als etwas zu verstehen, das aus den Vorgängen unseres Körpers und insbesondere unseres Gehirns hervorgeht. Doch dabei stellt sich eine grundlegende Frage: Kann eine Methode, die auf Objektivierbarkeit beruht, alles erfassen, was existiert? Bis heute sind grundlegende Fragen wie: Was ist Materie? Was ist Zeit? Was ist Realität? Was ist Bewusstsein? nicht abschliessend beantwortet.
Durch die Quantenphysik wissen wir, dass das, was wir als feste Materie erleben, offenbar nicht der fundamentalen physikalischen Beschreibung der Natur entspricht. Die moderne Physik beschreibt die Natur unter anderem durch Felder und deren Wechselwirkungen. Was wir als feste Materie erleben, könnte daher als eine Erscheinungsform tieferliegender physikalischer Prozesse verstanden werden – als etwas, das uns in einer bestimmten Form erscheint, ohne damit zwingend die fundamentale Wirklichkeit selbst zu sein.
Was Zeit ihrem Wesen nach ist, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Die Wissenschaft kann Zeit beschreiben und messen und weiss, dass sie relativ ist. Um Zeit eindeutig beschreiben zu können, wurden Definitionen und Masseinheiten geschaffen, damit wir vom Gleichen sprechen. Doch was wäre, wenn Zeit ausserhalb des Messbaren liegt? Vielleicht ist Zeit nicht etwas, das wir unmittelbar wahrnehmen. Was wir wahrnehmen, ist Veränderung. Aus der Ordnung von Veränderungen entsteht unser Erleben von Zeit.
Die Realität, die wir unmittelbar erfahren, ist immer eine durch unser Bewusstsein vermittelte Realität. Ob diese erlebte Realität mit einer unabhängig vom Bewusstsein existierenden Realität übereinstimmt, können wir nicht unmittelbar feststellen. Realität ist damit eine Erfahrung, die innerhalb Deines Bewusstseins durch Deine Wahrnehmung vermittelt wird. Bewusstsein ist ein subjektives Erleben, das untrennbar mit unserer Erfahrung von Körper, Wahrnehmung und Leben verbunden ist.
Ein eindeutiger Nachweis dafür, dass Bewusstsein ausschließlich lokal beziehungsweise ausschließlich innerhalb des Gehirns entsteht, fehlt. Ausserkörperliche Erfahrungen und Nahtoderfahrungen sind als Phänomene belegt. Die Frage, ob diese Erfahrungen darauf hindeuten, dass Bewusstsein unabhängig vom Körper existieren kann, ist wissenschaftlich jedoch nicht abschliessend geklärt. Für mich sind bestimmte Befunde aus der Nahtodforschung überzeugend genug, um die Möglichkeit eines vom Körper unabhängigen Bewusstseins ernsthaft in Betracht zu ziehen.
Wenn Bewusstsein subjektives Erleben ist, wie kann man dieses subjektive Erleben objektiv erforschen, ohne selbst subjektiv zu werden? Wenn man die neurologischen Prozesse untersucht, kann der Beobachtende nicht sagen, was der Untersuchte dabei fühlt. Die Interpretation des Beobachtenden ist durch sein eigenes Erleben ebenfalls subjektiv geprägt. Der Beobachter kann sein eigenes Erleben beschreiben. Diese Beschreibung bleibt jedoch zunächst subjektiv. Erst die systematische Erfassung und der Vergleich solcher Beschreibungen können daraus eine Erkenntnis entstehen lassen, die über das persönliche Erleben hinausgeht und für andere nachvollziehbar und überprüfbar wird.
Selbst wenn Beobachter und Untersuchte dasselbe Bewusstsein hätten, wäre damit nicht gesagt, dass beide dasselbe erleben. Um das Bewusstsein erforschen zu können, muss man sich bewusst sein, dass man mit dem Bewusstsein das Bewusstsein erforschen möchte. Woher weiss man, dass das Gegenüber ein Bewusstsein hat? Dies ist letztlich eine Schlussfolgerung: Im Gegenüber sind bestimmte Merkmale erkennbar, die wir aufgrund unseres eigenen Erlebens und unseres Verständnisses von Bewusstsein mit dem Vorhandensein eines Bewusstseins in Verbindung bringen.
Mit Gewissheit kann man nur sagen: Ich bin.
Dies nur in diesem einen Augenblick von Hier und Jetzt. An dem Ort und der Zeit, an dem man gerade ist. In der Gegenwart des Seins.
Wenn wir beginnen, im Sein anzukommen, verändert sich auch unsere Wahrnehmung. Wir richten unsere Aufmerksamkeit nicht mehr nur auf das, was sich mit unseren Sinnen erfassen und mit unserem Verstand erklären lässt. Wir werden offen für das, was wir vielleicht schon lange in uns wahrnehmen, aber bisher nicht benannt haben. Für mich beginnt hier die Verbindung zur geistigen Welt.
Die geistige Welt ist für mich keine abstrakte Vorstellung. Sie ist eine Wirklichkeit, mit der wir in Verbindung treten können. Vielleicht hast auch Du schon Momente erlebt, in denen Du etwas gespürt, wahrgenommen oder gewusst hast, das sich mit dem Verstand nicht erklären liess. Vielleicht war es ein Gefühl, eine innere Gewissheit, ein Gedanke, eine Begegnung oder ein Moment, in dem Du einfach wusstest, dass da mehr ist. Solche Erfahrungen müssen nicht sofort erklärt werden. Sie dürfen zunächst einfach wahrgenommen werden.
In meiner Arbeit stelle ich mich dieser Verbindung bewusst zur Verfügung. Ich arbeite nicht allein. Die geistige Welt ist ein wesentlicher Teil meiner Arbeit – und ebenso wichtig ist Deine eigene Verbindung zu ihr. Es geht nicht darum, dass ich für Dich den Kontakt zur geistigen Welt herstelle und Du selbst aussen vor bleibst. Deine Wahrnehmung, Deine Offenheit und Deine eigene Verbindung sind ebenso wichtig wie meine. Die geistige Welt arbeitet mit Dir und mit mir. Doch der Weg zu Dir selbst bleibt Dein eigener.
Vielleicht beginnt der erste Heilungsprozess genau dort: in dem Moment, in dem Du innehältst, Dich selbst wahrnimmst und beginnst, Dir wirklich zuzuhören.