Meine Erfahrung zeigt mir, dass viele Menschen sich selbst hinterherlaufen und sich dabei verlieren.

 

Jeder Mensch trägt ein konkretes Bild davon in sich, wie die Welt funktioniert und welche Rolle er darin spielt. Dieses Bild entsteht aus dem, was wir erleben, lernen, übernehmen und selbst daraus machen. Es begleitet uns durch unser Leben, gibt uns Orientierung und prägt unsere Wahrnehmung.

 

Mit der Zeit kann dieses Bild so sehr verinnerlicht werden, dass der Bezug zu sich selbst verloren geht. Eigene Themen werden nach aussen gespiegelt und bleiben dabei oft unerkannt. So kann ein Kreislauf entstehen, aus dem herauszufinden nicht immer einfach ist.

 

Aus diesem Kreislauf kann eine Haltung entstehen, in der die Verantwortung für das eigene Erleben immer mehr im Aussen gesucht wird.

 

Man wird zum eigenen Opfer.

 

Diese Opferrolle fordert eine Täterschaft. Ohne Täter kein Opfer. Dieser Täter ist man selbst.

 

Dies einzugestehen fordert sehr viel. Es ist leichter, andere für die eigenen Miseren verantwortlich zu machen. Doch dadurch verändert sich nichts an der eigenen Situation. Man bleibt derjenige, der seine Projektionen nach aussen trägt.

 

Diese Gedanken kann man so oft nähren, bis der Gedanke zu einem Gefühl wird. Man hält an seinen Gefühlen fest, die man denkt. Dieser Gedanke an das eigene gedachte Gefühl kann so schön und harmonisch sein, dass man nicht davon loslassen möchte.

 

Dieses Eingeständnis ist für mich eine der respektabelsten Erfahrungen, die es gibt.

 

Zu bemerken, wie subjektiv die eigene Wahrnehmung tatsächlich ist, schafft einen Raum zwischen dem Erlebten und dem eigenen Ich. Vielleicht zeigt sich darin, dass man sich selbst im anderen sieht.

 

Ich habe einen Anteil daran, wie ich mein Leben erfahre.

 

Meine Einstellung zum Geschehen bestimmt, wie ich das Erlebte erfahre. Zu erkennen, dass man Situationen bewusst oder unbewusst selbst erschaffen hat, kann einen anderen Blick auf den eigenen Weg eröffnen.

 

Sich selbst als die Antwort erkennen. Zu erkennen, was einen in diese Situation geführt hat, lässt den eigenen Weg manchmal in einem anderen Licht erscheinen. Der eigene Gedanke, der Dich schützen sollte und sich gegen Dich gerichtet hat, kann schmerzhaft sein. Er hat seine Pflicht erfüllt.

 

Für mich lieber so, als den Schmerz weiter zu ertragen und in einer Illusion der eigenen Lügen zu leben. Denn irgendwann kommt die Wahrheit immer heraus. Die Wahrheit kann ohne Lüge leben, aber die Lüge nicht ohne Wahrheit. Der Gedanke darf in seinen Ruhestand. Ruhe darf sich in Deinem Kopf ausbreiten.

 

Sich selbst zu lieben für die Unvollkommenheit, die man ist, ist eine Gnade, die man sich selbst geben darf.

 

Seinem wahren Ich wieder die Bedeutung zukommen zu lassen, die es verdient. Seine natürliche Kraft wieder aufleben zu lassen. Dies aus dem einfachen Grund, weil du liebst.

 

Du darfst für Dich da sein, weil es Dich gibt. Die Wertschätzung Deiner selbst ist etwas vom Wertvollsten, das Du jemandem geben kannst. Die Menschen spüren das, nicht nur die Menschen.

 

Zu erleben, was man selbst ist, ist ein Geschenk, welches man annehmen darf.

 

Diese Erkenntnis, es wert zu sein, sein wahres Ich zu leben. Zum Ausdruck zu bringen. Kann die ganze Welt verändern.

 

Die Kenntnisnahme, dass du bist, kann tiefgreifender sein, als man es sich je vorstellen könnte.

 

Deine Wahrhaftigkeit schafft Möglichkeiten jenseits Deiner Vorstellungskraft.

 

Ein Sein, das nur Du in Dir erwecken kannst. In Deinem eigenen: Ich bin.