In meiner Jugend wurde mir gesagt, ich hätte heilerische Fähigkeiten. Anfang 20 begann ich, aus Überheblichkeit und Arroganz eine Ausbildung als Geistheiler – mit der Absicht, danach beruflich tätig zu werden. Während dieser Zeit begann es in mir zu arbeiten. Einiges kam hoch, was ich mir nicht eingestehen wollte. Meine Uneinsichtigkeit führte schliesslich dazu, dass ich die Ausbildung abbrechen musste. Danach begab ich mich bei meinen Mentoren in Therapie. Bei der ersten Sitzung wurde mir mitgeteilt, dass sie die falschen Therapeuten für mich seien. So begann eine Odyssee zu verschiedenen Therapeuten – doch keiner konnte mir wirklich weiterhelfen. So blieb ich mit meinen Themen alleine und versank dabei immer tiefer in Depressionen.


Durch ein unverhofftes Vermögen bekam ich die Möglichkeit, die Welt zu bereisen. Fast ein Jahr lang reiste ich dem Sonnenaufgang entgegen. In diesem Jahr fand ich neue Lebenskraft und Lebensfreude. Zurück in meinem Heimatland erlebte ich jedoch einen Kulturschock. Dabei merkte ich, wie sehr ich mich verändert hatte. Es galt, mich in ein System zu integrieren, in das ich nicht mehr hineinpasste. Doch wenn ich darin bestehen wollte, musste ich meinen Platz darin finden. Mit Obdach baute ich mir eine neue Existenz auf.
Nach ein paar Monaten, als ich den Schmerz der Gesellschaft wieder stärker spürte, bat ich einen spirituellen Lehrer aus der geistigen Welt, mich als Geistheiler auszubilden. Dabei erlebte ich, wie eine Gruppe von Lichtwesen ihre Unterstützung anbot. Durch die Hilfe des spirituellen Lehrers und der Lichtwesen begann ich, mich langsam zu stabilisieren. Ich fasste nach und nach wieder Fuss in der Gesellschaft, fand eine neue Wohnung und eine längerfristige Arbeitsstelle. Manchmal ging es mehr schlecht als recht, doch insgesamt ging es kontinuierlich bergauf. 


Ich fand mich in extremen Situationen wieder und lernte viel über das Leben.


Die Kampfkunst gab mir dabei großen Halt. Sie erfüllte mich. Darin erlangte ich viel Wissen und Erfahrung, konnte jedoch Theorie und Praxis nicht miteinander verbinden. Aus diesem Grund suchte ich nach Fachliteratur und stieß dabei immer wieder auf die Spiraldynamik. Die Neugier brachte mich dazu, diese Bewegungslehre genauer zu betrachten. Kurzerhand entschloss ich mich, die Ausbildung zu machen. Das Konzept eröffnete mir neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Körper. Ich erlebte eine körperliche Leichtigkeit, die ich zuvor nur aus meiner inneren spirituellen Haltung kannte. Etwas kam in Fluss. Ich spürte, wie ich mich nicht nur äusserlich, sondern auch innerlich aufrichtete.


Im selben Zeitraum trennte sich der Trainer von mir und ich suchte mir eine neue Schule. In der Taiji Akademie Yong Nian fand ich eine neue Mentorin. Sie lehrte mich nicht mehr nur die harten und weichen Kampfkünste, sondern die inneren Kampfkünste. Das Chi – der chinesische Ausdruck für Lebensenergie – zu kultivieren und fliessen zu lassen. Mich in der Ernsthaftigkeit der Gelassenheit hinzugeben, der Härte des Lebens auf sanfte Weise zu begegnen, dem Heilsamen Raum zu geben und dem Kampf auf liebevolle Weise zu begegnen.


Am Spiraldynamik-Kongress nahm ich im Foyer eher unüberlegt eine Broschüre mit. Erst zu Hause erkannte ich den Referenten. Die Broschüre entpuppte sich als Ausbildungsinformation zur transpersonellen Prozessarbeit und zum hypnagogischen Atmen. Obwohl ich zunächst kaum ein Wort verstand, meldete ich mich – der Aufforderung der Lichtwesen folgend – an. So begann eine intensive Zeit im Freiraum Institut. Der Mentor ließ sein gesamtes Wissen und Können als Psychotherapeut einfließen, ergänzt durch seine Erfahrungen mit Mystikern und Schamanen.


Eine tiefgehende innere Reise begann.


Den darauffolgenden Silvesterabend verbrachte ich gemütlich in einem Lokal. Es entstand ein Gespräch über Tisch und Theke hinweg. Wir sprachen über Spiritualität, Gesundheit und Ernährung. Das Gespräch entwickelte sich weiter zu Themen wie Heilsein, Heilersein und Schamanismus. Im Laufe des Gesprächs erzählte eine Gesprächspartnerin von ihrer Arbeit zur Förderung des europäischen Schamanismus. Sie gab mir ihre Kontaktdaten, und ich begann mich nach über 20 Jahren wieder mit dem Schamanismus auseinanderzusetzen. Über diesen Kontakt lernte ich eine Schamanin kennen, die mir erzählte, dass sie ihr Handwerk von ihren Vorfahren gelernt hatte. Neugierig geworden durch ihre Erzählungen meldete ich mich für ihre Seminarreihe an.


Die Natur begann ich nicht mehr nur als physische Erscheinung wahrzunehmen. Dahinter nahm ich eine für mich unbeschreibliche Kraft wahr – von Schönheit und Glanz, von Intensität und Unendlichkeit. Etwas, wie ich es bisher noch nie erlebt habe.